Auf den Kopf gestellt

Markus 10, 13-16

Jesus stellt das normale, übliche Verhalten mal wieder auf den Kopf. Der/die Einzelne, die Geringgeachteten, die Kleinen, in ihrer vertrauensvollen Offenheit, nimmt Jesus sie in Schutz. Sie finden seine Aufmerksamkeit und liebevolle Beachtung, er verleiht ihnen Anerkennung, nimmt sie in seine Arme und schenkt ihnen neue Zuversicht und Selbstvertrauen. Jesus legt ihnen die Hände auf. Schenkt ihnen damit seine extra Portion Kraft für den Alltag. Für sie, aber auch für uns, die wir „Kinder unserer Eltern sind“, gilt seine Zusage: Du bist in meinen Augen wertvoll und geachtet! Du bist mein geliebtes Kind. Auch wenn wir erwachsen werden, bleiben wir Kinder Gottes. Das finde ich toll! Es ist ein echt tröstlicher Gedanke, der heute mit uns in den Alltag gehen will. Du bist Gott nicht egal, zu klein, zu unbedeutend – nein! Er will Dich auch heute halten und segnen: Dir seine Extra-Portion Kraft schenken! Willst Du dich beschenken lassen und Dich in vertrauensvoller Offenheit an ihn wenden? Segen tut gut!

Andrea Loitz

Klartext: Sagen, was Sache ist

Markus 10, 1-12

In ihrem Song „Klartext“ haben die DieLochis das Bedürfnis ihren Kritikern einmal deutlich zu sagen, was es bedeutet, erfolgreich zu sein. Diese Form von Klartext scheint anzukommen. Mehr als 3 Millionen Menschen haben sich das Video angeschaut, vielleicht aus Neugierde oder weil es gut ankommt, wenn endlich mal wer sagt, was er auch wirklich meint. Spannend, dass DieLochis etwas mit Jesus gemeinsam haben.

Auch Jesus war umgeben von erwartungsvollen Menschen, die Zeuge einer Sensation werden wollten oder den Wunsch hatten, diesem Mann, der den gesellschaftlichen Mainstream ignoriert, persönlich zu begegnen. Seine Texte kennen keine Tabus und sein Handeln berücksichtigt den ganzen Menschen. Die Themen des Alltags betrachtet er aus einer himmlischen Perspektive. Im heutigen Text kommt ein theologisch gut ausgebildeter Mann und stellt Jesus eine knifflige Frage. Eigentlich möchte er die Antwort gar nicht hören, sondern Jesus in eine Falle tappen lassen. So der Plan. Die Antwort von Jesus lässt jedoch erahnen, dass er die Absicht bereits kennt. Jesus bezieht sich auf das Gesetz des Mose‘, skizziert eine mögliche Ehe-Exitstrategie und dann wird er deutlich: „Was Gott so verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen“ (V. 9). Aus und vorbei – Notausgang verschlossen? Was nun? Selbst die Freunde von Jesus sind irritiert und müssen noch einmal genau nachfragen. Was bedeutet das denn nun im ganz normalen Leben? Es folgt eine weitere Lektion in Sachen Klartext: Wer den einen verlässt und einen anderen heiratet, der begeht Ehebruch (V. 12).

Was machen wir heute mit dieser Geschichte? Wir wissen um die vielfältigen Realitäten gescheiterter Beziehungen, die Verletzungen die Menschen einander zufügen und die Abgründe, an denen deutlich wird: So kann es nicht mehr weitergehen. Bedeutet dies nun, die Katastrophe zu erleiden und sich dem Schicksal zu fügen? Nein, aber die himmlische Perspektive für das Miteinander zwischen zwei Menschen sieht anders aus und gibt das Verbindliche nicht einem beliebigen Austausch preis. Da, wo zwei Menschen intensiv miteinander als Paar gelebt haben, da bleibt etwas übrig, auch im Kontext einer neuen Beziehung. Ist es möglich, dass in diesen klaren Worten eine zutiefst seelsorgliche Dimension steckt? In dem Wissen, dass in unserem Scheitern auch der Zuspruch von der Gnade Gottes gilt (wie wir ihn in der Begegnung mit Jesus und der Ehebrecherin in Joh. 8, 1–11 lesen), werden wir durch die deutlichen Worte zunächst einmal herausgefordert. Worte die den Mainstream ignorieren, unbequeme Worte und gleichzeitig Worte, die das Gute im Blick haben.
Sind wir bereit uns vom Klartext der Worte Jesu herausfordern zu lassen und zu erwarten, dass er uns in schwierigen Situationen (fest-)hält?!

Silke Gütlich, Grundsatzreferentin im Amt für Jugendarbeit der EKvW

WWJD

Psalm 120

Voller Wut schließe ich die Haustür auf, renne in mein Zimmer und knalle die Tür hinter mir zu. Ich komme gerade aus der Schule. Meine zwei Freundinnen erzählen in der Klasse schon seit Tagen schlimme Sachen übereinander und ich stehe zwischen den Stühlen. Wir sind doch Freundinnen und sollten zusammenhalten. Ich versuche zwischen ihnen zu vermitteln, aber immer wenn ich damit anfange wird nur noch mehr gestritten und gegeneinander gekämpft. Das ist gemein und hinterhältig. Ein Wort ergibt das andere und sie verletzen sich gegenseitig. Ich muss mir dann anhören „Auf welcher Seite stehst du denn?“. Ich will mich nicht zwischen ihnen entscheiden müssen.

Sie merken gar nicht, dass sie mit ihrem Theater auch mich verletzen. Doch niemand unternimmt irgendwas dagegen. Alle schauen interessiert und lachend zu. Total aufgewühlt laufe ich in meinem Zimmer umher. An die Hausaufgaben ist jetzt nicht zu denken…wie soll ich das nur aushalten?

Meine Gedanken rasen kreuz und quer durch meinen Kopf. Mit meinem Armband bleibe ich am Schrank hängen und es fällt zu Boden. Beim Aufheben bemerke ich auf einmal die 4 Buchstaben darauf „WWJD“. Was würde Jesus tun? Mein Herz fängt nur noch schneller an zu klopfen und ich bemerke, wie die Wut nur noch mehr in mir aufsteigt. Ich fühle mich ungerecht behandelt und muss auf einmal an Gott denken. Warum unternimmt er nichts? Er lässt es einfach zu, dass wir alle darunter leiden! Und vor allem, dass es mir dabei schlecht geht! In meiner Wut schreie ich meine Gedanken Gott entgegen.

Da geht die Tür auf und meine Mutter kommt herein. „Warum schreist du so herum? Anna und Marie stehen vor der Tür und möchten sich bei dir entschuldigen.“ Ich erschrecke und starre wie gebannt aus dem Fenster Richtung Himmel. Wie ist das möglich? Nach einer kurzen Stille überkommt mich ein schlechtes Gewissen. Ich hab mir keine Mühe gegeben, meine Gedanken in ein Gebet zu fassen. Es gab nicht mal ein Amen am Schluss. Stattdessen hab ich Gott angeschrien und für alles verantwortlich gemacht. Und trotzdem hat er mich erhört? Eigentlich hab ich es ja nicht verdient, dass er mir das Geschenk des Friedens macht. Ich lege mein Armband wieder um mein Handgelenk und muss Schmunzeln.

Danke Gott. Gut, dass ich dir alles sagen kann und du mich auch in schwierigen Situationen einfach fest hältst!

Lisa Lendzian Jugendreferentin im Ev. Kirchenkreis Siegen
Region 5 – Freudnberg, Oberfischbach, Oberholzklau, Olpe, Trupbach-Seelbach

Das geht raus an alle Spinner!

Markus 9, 42-50

So ein Blutbad in einem neutestamentlichen Text! Wie kommt Jesus zu solchen Aufforderungen, dass Arme Beine, Hände abgeschnitten werden sollen. In der Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ steht: „Wer in einem Menschen den Glauben, wie ihn ein Kind hat, zerstört, (..)“, die Elberfelder übersetzt: „Und wer irgend einen der Kleinen, die an mich glauben, ärgern wird, (..)“. Es wird klar: Jesus liegt sehr viel daran, den kindlichen Glauben zu bewahren und Kinder zu schützen. Kinder werden als Schatz hochgehalten. Und: Ich verstehe Jesus. Streichen wir für einen kurzen Augenblick mal die ganzen Gewaltszenen, die im Text beschrieben werden. Dann haben wir nach der „Hoffnung für alle“-Übersetzung: „Wer in einem Menschen den Glauben, wie ihn ein Kind hat, zerstört, für den wäre es noch das Beste, mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen zu werden.“(Vers 42) „Salz ist gut und notwendig, solange es wirkt. Wenn es aber fade geworden ist, wodurch soll es seine Würzkraft wiedergewinnen? Deshalb achtet darauf, dass man an euch die Wirkung des Salzes sieht. Haltet Frieden untereinander.“(Vers 50)

So wie Salz, das nicht mehr salzig ist, auch nie wieder salzig werden kann, so wenig kann jemand der seinen kindlichen Glauben verloren hat, ihn wiedergewinnen. Im Fastenkalender „7 Wochen ohne Enge“ erzählt ein Vater von seiner 3-jährigen Tochter. Abends beim Beten fragt er, für wen sie noch beten will. Anstatt, wie üblich „Oma und Opa“ zu sagen, sagt das 3-jährige Mädchen, dass sie für Darth Vader beten möchte, der solle auch gut schlafen. Das ist Evangelium. Das ist Christsein. Dieses Kind ist ehrlich, es bewertet nicht und hat keine Angst bewertet zu werden, für das, was es sagt. Dieses 3-jährige Mädchen hat mehr von Jesus verstanden, als wir es jemals wieder verstehen werden. Hoffentlich hat sie ihren kindlichen Glauben noch lange!

Wenn ich so etwas lese, verstehe ich, warum es Jesus so wichtig ist, diesen Schatz zu bewahren, dass er sogar verlangt Gliedmaßen abzuschneiden. Die drastische Regel stellt er auf, damit Menschen begreifen, wie ernst er es meint.
Kinder können stundenlang Blödsinn machen. In dem Moment, wo sie zu ihren Eltern gehen, sie anstrahlen und grundlos „Ich habe dich lieb“ sagen, ist es für Eltern schwer, sauer zu sein. Die Liebe ist einfach größer. Genau so funktioniert es. Wir machen alle viel Stuß in unserem Leben. In dem Moment, in dem wir grundlos, naiv, kindlich Gott ansprechen, ist das aber vollkommen egal. Die Liebe ist einfach größer.

Warum versuchen wir ständig angepasste, anständige, moralische Menschen zu sein, die alles in gut und schlecht unterteilen, wenn wir die Freiheit haben, alles kindlich zu entdecken, zu versuchen, zu lieben? Gott liebt uns. Er gibt uns Freiheit. Und er hält uns.

Elisa Schulz, 21 Jahre, Bochum

Drehwurm

Markus 9, 38-41

Kennst du das auch? Christliche Jugendgruppen, deren Umgang miteinander zu wünschen übrig lässt. Oder diese eine Kirche mit den merkwürdigen Ritualen; das wirkt alles schon sehr aufgesetzt. Apropos aufgesetzt; diese Gutwetter-alles-ist-gut-Lobpreis-Gemeinde geht doch voll an der Realität vorbei. Motorradclub für Jesus?? Bitte? Die rauchen doch sogar. Ach, da ist ja noch der, der nirgends hingeht und alles für sich zuhause behält. – All denen müsste mal jemand sagen, dass Nachfolge eigentlich ganz anders geht. Christsein funktioniert nämlich so, wie ich/wir das machen. Von uns könnten die sich mal eine Scheibe abschneiden.

Manchmal ertappe ich mich bei solchen Gedanken. Dabei drehe ich mich um mich selbst. Ich denke, dass ich es besser weiß und besser mache, als all die anderen. Und manchmal bin ich neidisch darüber, dass es bei denen, die Christsein gar nicht so wie ich leben, so gut funktioniert.

Jesus selbst sagt in Markus 9, 39: „Lasst sie (ihn) doch!“ Warum bin ich so engstirnig? Warum so selbstzentriert? Ist es nicht gut, dass diese Leute diese Gruppen haben, in denen sie Jesus begegnen? Es muss sich nicht alles um mich drehen. Alles soll sich um Jesus drehen. Und zwar zweifach: Erstens möchte er, dass möglichst alle ihn kennen lernen und für sich annehmen können. Da ist es toll, dass viele Leute anders sind als du und ich. Diese können Menschen von Jesus erzählen und für ihn gewinnen, die wir nie erreicht hätten. Zweitens geht es für Jesus auch um dich und mich. Er will, dass du und ich ihn an die erste Stelle setzen, und nicht uns selbst. Er möchte, dass wir zu ihm gehören und, dass wir ihn nicht aus den Augen verlieren. Das kann nämlich schnell passieren, wenn wir uns zu sehr um uns selbst drehen, nur Augen dafür haben, wie toll wir sind und was wir schon alles erreicht haben.

Halt mich an, Vater.
Halt mich an, wenn ich mich nur um mich selber drehe.
Halt mich an, wenn ich mich als etwas Besseres sehe.
Halt mich an, wenn ich Leute ausstoße, ohne jeden Sinn.
Halt mich an, wenn ich eifersüchtig bin.
Halt mich an, wenn sich das Karussell des Lebens zu schnell dreht.
Halt mich an, wenn ich vergesse, dass es nur um dich geht.
Halt mich, Vater.

Fabian Adam, 25 Jahre, Eisern

Was hat der gesagt?

Markus 9, 30-37

Liebe Leserin, lieber Leser,

2016 ist unser Motto bei den Sommerandachten „Halt mich!“. Im heutigen Text geht es um Jesu bevorstehenden Tod – das ist nichts, was mir unbedingt Halt gibt oder eine Situation, in der ich mich sicher fühlen würde. Ich könnte dir in diesem Brief jetzt viel über die Auferstehung von Jesus erzählen und darüber, wie mir der Bericht darüber Halt gibt. Das würde stimmen und wäre meine Erfahrung mit Gott.

Doch ich denke, dass Jesus in dieser Situation den Jüngern etwas anderes zeigen wollte, was mir und vielleicht auch dir ebenfalls Sicherheit gibt. Jesus kündigt an, dass er sterben und nach drei Tagen von den Toten auferstehen wird. Er tut das, während er mit seinen Jüngern, also seinen engsten Freunden, und denen, die bei seinen Wundern ganz nah dabei waren, alleine unterwegs ist. In der Bibel heißt es „weil er viel zu sagen hatte“. Also, Jesus ist allein mit seinen besten Freunden und sagt ihnen etwas Wichtiges; etwas, wo es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod geht.

Sie wandern weiter und nach einer ganzen Zeit fragt Jesus, worüber sich die Jünger unterhalten haben. Seine Freunde schweigen. Es ist ihnen peinlich, zu antworten. Jesus weiß natürlich und du weißt es auch, wenn du die Bibelstelle gelesen hast, dass die Jünger Streit darüber hatten, wer der Wichtigste ist. Ich meine: Was ist denn falsch mit denen?! Ihr bester Freund sagt, dass er sterben wird und nach drei Tagen wieder leben wird und sie streiten darüber, wer der Tollste ist? Das ist irgendwie traurig, aber auch genau der Punkt, an dem ich dir erklären kann, warum ich auch durch diese Erzählung der Bibel weiß, dass Jesus, dass Gott, mich hält. Jesus reagiert nicht enttäuscht oder wütend, wie ich es vielleicht machen würde, wenn ein guter Freund mal kein Ohr für mich hat oder ihm egal zu sein scheint, was mich belastet – das kennst du ja vielleicht auch selbst und wahrscheinlich reagierst du dann auch verletzt; aber Jesus eben nicht. Er reagiert anders, obwohl er weiß, dass er sein Leben für uns alle, also auch für die Jünger, geben wird. Statt ihnen Vorwürfen zu machen, nimmt er sich ihrer Frage an und stellt mit seiner Antwort die Welt auf den Kopf. Er macht ein Kind, klein, abhängig von anderen, das noch viel zu lernen und das viele Fehler macht, ganz groß.

Mich hält die Gewissheit, dass Jesus das Nicht-Perfekte in jedem von uns liebt und annimmt und dass er mich, auch wenn mir manchmal meine Wünsche und Probleme und meine Stellung im Leben wichtiger sind als er, dennoch nie aufgibt und auch mir durch die Bibel, Gebete, gute Andachten und Predigten oder einfach mal ein Lied oder eine Begegnung, erklärt und zeigt, was wichtig ist. Jesus lässt dich nicht fallen, auch wenn du mal nicht so gut zuhörst. Vielleicht ist genau das ein Grund, heute mal bewusst darauf zu hören, was er dir sagt.

Sven Winter

Glaub an mich, ich halte dich…

Markus 9, 14-29

Wer kennt nicht das Gefühl, mit einer Situation völlig überfordert zu sein? Zu oft versuchen wir, Dinge alleine zu klären. Lange Zeit halten wir es dabei durch, auf uns alleine gestellt zu sein. Die Geschichte zeigt zwei Schwerpunkte: Zum einen die Verzweiflung des Vaters und zum anderen die Überforderung des Vaters. Unmissverständlich macht Jesus ihm klar: Nur dein Glaube kann deinen Sohn retten! Selbst der Versuch, Hilfe bei den Jüngern zu finden, scheitert.

Ich habe in meinem Leben schon oft solche Phasen im Unglauben durchlebt. Jesus wäre in dieser Zeit der Letzte gewesen, dem ich mich anvertraut hätte. Je mehr ich versucht habe mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, umso unüberschaubarer wurde es und umso verzweifelter wurde ich. Ich bin mir sicher ihr kennt das.

Für den Vater steht die Erkrankung seines Sohnes im Mittelpunkt. Er kann nicht verstehen warum sein Sohn krank ist und setzt alles daran, dem Leid seines Sohnes ein Ende zu machen. Der zentrale Punkt in der Geschichte ist der Glaube an Jesus. Glaube! Nicht mehr und nicht weniger möchte Gott von uns Menschen. Er möchte, dass wir aktiv mit ihm durchs Leben gehen. Vor allem ihn dabei nicht aus den Augen verlieren. Das Leben mit Jesus funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: Ich möchte von Gott gehalten werden und Gott möchte, dass ich mich an ihn halte. Alle Versuche des Vaters, das Schicksal seines Sohnes zu ändern, haben zu nichts geführt. Bis er bei Jesus landet. Jesus macht es ihm so einfach. In Vers 23 sagt er: »Was heißt hier: ›Wenn du kannst‹? Wer glaubt, kann alles.«

Ich selbst erfahre dass immer wieder und manchmal sogar an jedem Tag ganz neu. Es ist ein Privileg, Gott um Halt zu bitten und auch, dass ich ihm immer wieder auf‘s Neue meinen Glauben schenken darf. Gott geht sogar einen Schritt weiter: Er schenkt uns bedingungslose Liebe, wenn wir an ihn glauben. Was soll da noch schief gehen? – Gott hält Dich!

Lisa Gockele Jugendreferentin im Ev. Kirchenkreis Siegen
Region 7 – Buschütten, Ferndorf, Hilchenbach, Kreuztal, Krombach, Müsen

Ich will hier nicht weg!

Markus 9, 2-13

Geht es Dir auch schon mal wie mir? Ich habe etwas ganz Geniales erlebt … eine Freizeit, ein Konzert, einen Gottesdienst …. und möchte es gerne festhalten!! Aber der nächste Morgen kommt bestimmt und damit auch der Blues: Die Traurigkeit darüber, dass die Normalität mich wieder hat. Da muss ich manchmal ganz schön ackern, um aus dem Stimmungstief wieder herauszukommen.

So stelle ich mir das bei unserer Geschichte vor. Das war ganz gewiss ein Höhepunkt im Leben von Petrus und den Brüdern Johannes und Jakobus. Sie allein wurden von Jesus ausgewählt, mit auf einen „hohen Berg“ zu kommen. Dort erleben sie etwas Unglaubliches: Jesus verwandelt sich in … ja in was? Ich glaube, so stellt man sich Engel vor: weiß und strahlend. Und dann kommen Elia und Mose hinzu, beide ja nun schon etwas länger tot. Sie unterhalten sich mit Jesus. Und Gott spricht auch noch mit ihnen. Zeuge dieses Zusammentreffens gewesen zu sein, muss sie unglaublich berührt haben. Eine andere Dimension. Ein Höhepunkt, den man gerne festhalten möchte. Petrus macht den Vorschlag: Lasst uns drei Hütten bauen! Lasst uns bitte hierbleiben! Ich will hier nicht weg!

Ich kann ihn sooo gut verstehen. Es gibt Situationen, in denen ich denke: Das ist jetzt das Beste. Es kann nicht mehr besser werden. Es soll nicht mehr weggehen!!! Aber so ist das Leben nicht… leider! Nach Gipfelerlebnissen muss ich immer wieder ins Tal des Alltages hinabsteigen. So auch Petrus, Johannes und Jakobus. Loslassen, umdrehen und … weitergehen. Und doch: Der Höhepunkt hat mich verändert. Das Erleben war wichtig für mein Leben, auch wenn ich es nicht festhalten kann. Alte Denkweisen sind ins Wanken gekommen, das Erlebte hat neue Perspektiven eröff net. Bei Petrus, Johannes und Jakobus war es das Erleben, dass Jesus wirklich Gott ist! Und dass sie unbedingt auf ihn hören sollten! Und die Gewissheit, dass nach dem Tod nicht alles aus ist. Das gibt dem Leben eine ganz andere Bedeutung! Ich denke, all das haben sie schon gewusst oder geahnt, aber manchmal braucht es Situationen, in denen alles zusammenkommt und man endlich begreift, Situationen, in denen das Wissen ins Herz rutscht. Das war ein Geschenk für die drei Jünger, das sie verändert und gestärkt hat für ihren weiteren schweren Weg in der jungen Christenheit. Auch für dich gilt: Mit der Erkenntnis auf dem Berg geht’s hinab in den Alltag. Loslassen, was war. Offen sein für das Neue, das kommt. Geschehen lassen – ohne den Dingen gleich Namen zu geben (Letzteres nennt man auch FESTHALTEN), den Alltag wieder gestalten. Voller Vertrauen: „Ich bin gehalten!“, denn: Jesus ist mit mir ins Tal hinabgestiegen!

Ursula Giebeler, Jugendreferentin im Ev. Kirchenkreis Siegen
Region 7 – Buschhütten, Ferndorf, Hilchenbach, Kreuztal, Krombach, Müsen

Alles hingeben, um alles zu gewinnen

Markus 8, 34-9,1

Auf dieser Welt gibt es so viele Dinge, die wir Menschen für uns gewinnen wollen, Dinge die wir begehren. Eines dieser Dinge ist zum Beispiel Geld. Wir haben uns doch alle einmal vorgestellt, wie es wäre, ein Millionär zu sein und sich alles kaufen zu können, was das Herz begehrt! Doch es geht nicht nur um materielle Dinge, denn stets streben wir Menschen auch nach Anerkennung durch Andere. Wir wünschen uns, dass man uns und unsere Taten wertschätzt und dass die anderen sagen „Dich finde ich gut!“. Wenn wir aber stets diesen Begierden nachfolgen, können wir nicht gleichzeitig Jesus nachfolgen. Jemand, dem die Worte der anderen so wichtig sind, der wird sich so verändern, wie die Anderen ihn gut finden. Oft sind diese Veränderungen aber nicht gut für uns. Wir tun Dinge, die wir eigentlich nicht gut finden, wir machen nicht mehr das, was zu uns gehört, was Gott in uns hineingelegt hat und was er von uns möchte. Stattdessen tun wir das, was anderen Menschen gefällt, in der Hoff nung, dass wir dann ihnen gefallen. So entfernen wir uns von uns selbst und auch von Gott. Das schadet uns. Deshalb sagt Jesus, dass wir uns ganz an ihn halten sollen. Denn alles, was es hier auf dieser Erde gibt, wird auch hier bleiben. Doch Gottes Geschenk an uns, das ewige Leben, gelingendes Leben, und dass wir irgendwann bei ihm sein dürfen, in einem Reich, in dem es kein Leid mehr geben wird, das bleibt! Also, vertrau Jesus und folge ihm nach, denn er wird dich halten.

Sofia Baig

#Danke :-)

Psalm 147

Was habt ihr wohl gedacht, beim Lesen dieses Psalms? Vielleicht: „Welche Drogen hat der Psalmbeter denn genommen? Egal was, nimm weniger!“ Noch mehr Überschwang ist ja kaum auszuhalten. Ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, oder? Nun, ich muss zugeben, im ersten Moment waren meine Gedanken: Wow, ist der dankbar. In allem sieht er Gott und seine Allmacht und Stärke. Und was der Gott alles zutraut. Sozusagen die gesamte Versorgung und Verteidigung Israels und der Menschen, die ihm vertrauen. Dazu kommt ein gehöriges Maß an Lobpreis und Anbetung.

„Halt mich!“ ist unser diesjähriges Motto. Das Volk Israel hat dies unzählige Male erleben dürfen. Gott hat sie gehalten und aus vielen Situationen herausgeholt. Und das, obwohl sie sich in Sachen Gottes Lob oder konsequenter Nachfolge nicht „mit Ruhm bekleckert“ haben.
Ganz im Gegenteil: Oftmals waren andere Dinge, bis hin zu Götzenbildern, wichtiger als Gott. Oder das Volk war zu sehr mit Meckern und Motzen beschäftigt, als wahrzunehmen, wie gut es Gott mit ihnen meint.
Doch was soll ich sagen? Es steht mir nicht zu den Israeliten den Spiegel vorzuhalten. Ehrlich gesagt geht es mir oft genauso wie Gottes auserwähltem Volk. Nicht selten fehlt mir in Situationen, in denen mir nichts übrig bleibt als mich auf Gott zu verlassen, das notwendige Vertrauen.
Folgendes möchte ich immer mehr lernen:
• Vertrauen in Gott
• Dankbarkeit für die Dinge meines Lebens
• Dankbarkeit für die Beziehungen, Freunde, Familie
• Lobpreis und Anbetung Gottes

Wie sieht es bei dir aus? Mach dir neu (oder erstmals) Gedanken um dein Vertrauen in Gott. Wann, wo und wie möchtest du von ihm gehalten werden? Wann, wo und wie hast du es vielleicht schon mal erfahren?

Volker Peterek