Herzlich willkommen im Andachtensommer 2016

Sich treiben lassen, vom Wind und den Wellen, bei strahlend blauem Himmel im glitzernden Meereswasser. Alles, was sonst so zu tun ist, einfach mal seinlassen. Sorglos, gedankenlos freie Zeit genießen. In den Tag hineinleben, ohne Plan, ohne Termine, ohne To-Do-Liste. Sich fallen lassen. So gut, soweit – Sommerzeit!

„Und jetzt, spring!“ – Es ist Sommer, vor mir ein weites tiefes Tal, eingerahmt in strahlend blauen Himmel. Ich stehe ungefähr 1,50m vor der Kante eines Wasserfalls und werde aufgefordert drei große schnelle Schritte zu machen. Dann geht es ca. 11 Meter in die Tiefe bevor mich das Wasser wieder auffängt. Eine Canyoning-Tour in Spanien! Soweit so gut, sich fallen lassen braucht Mut.

Das kannst du auch auf unserem Titelbild erkennen. Obwohl das Seil beim Klettern und Abseilen fest mit dem Gurt in dem man sitzt verbunden ist, fällt es einem zu Beginn schwer, die Hände vom Seil zu nehmen. Viele klammern sich am Seil fest, als hinge ihr Leben daran. Und das tut es ja auch. Nur, dass dein Festhalten des Seils überhaupt nichts bewirkt. Im Gegenteil, es führt dazu, dass du deine Hände nicht mehr für anderes gebrauchen kannst. Gehalten wirst du im Falle des Kletterns durch eine zweite Person. Dank ihr kannst du es wagen, das Seil loszulassen und deine Hände zum Klettern zu gebrauchen. So gewinnst du immer mehr Höhe, kannst neue Aussichten genießen und auch mal über deine Kräfte gehen. Du weißt, wenn du fällst, ist jemand da, der dich hält.

Ein anderer hält dich an der Hand am Leben. Davon erzählen zahlreiche Lebensgeschichten der Bibel. 46 Bibelabschnitte – die Auswahl ist dem Ökumenischen Bibelleseplan entnommen – wurden von zahlreichen Autorinnen und Autoren unter unserem diesjährigen Motto „Halt mich!“ bedacht. Vielen Dank, dass ihr die Texte auf Anhaltspunkte, Haltungen und Haltepunkte untersucht habt. Danke, dass ihr im Rahmen der Jugendsommerandachten eure Gedanken mit uns teilt! Mein Dank gilt auch Volker Peterek, Linda Müller und Nele Saßmannshausen für die tollen Fotos, die gemeinsam mit Karlfried Petri entstanden sind. Karlfried Petri danke ich neben den Fotos auch für die gute redaktionelle Zusammenarbeit. Danke, dass du dir auch dieses Jahr Zeit für die Projektarbeit „Jugendsommerandachten“ eingeräumt hast.

Die Andachten sind wie ein großes Wimmelbild, in dem es die unterschiedlichsten Gedanken und Ideen zu entdecken gibt. In dieser Vielfalt kann die Verantwortung für die Inhalte der einzelnen Andachten natürlich nur bei den jeweils genannten Verfasserinnen und Verfassern liegen, gleiches gilt für die Rechte.

Wir laden dich ein, uns zu schreiben, was du von den ausgewählten Bibeltexten und Andachten hältst. Gerne kannst du uns auch passend zum Thema schreiben, was dich in deinem Leben hält. Ganz einfach ist das unter www.andachtensommer.de möglich. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Bis dahin wünsche ich dir einen Sommer, der dir das Loslassen ganz leicht macht und die Entdeckung, dass dich ein anderer hält. Gott ist mit dir!

Melanie Grybel

Komfortzone verlassen

Matthäus 28, 16-20

Also dieses Jahr wird es DER Sommer meines Lebens!“ Jedenfalls nehme ich mir das jedes Jahr aufs Neue vor. Letztendlich, wenn es dann soweit ist, ändert sich mein Motto eher auf: „Jogginghose an! Und dann? Ja wie, und dann?“ Vor allem der Siegerländer Sommer lässt viel zu wünschen übrig! Neben dem oft schlechten Wetter sind dann meist auch alle Freunde im Urlaub und posten bei Facebook ihre Bilder von Traumstränden. Ich dagegen hänge zu Hause und weiß nichts mit mir anzufangen. Irgendwie ist es doch immer wieder das gleiche!

Aber, nimm mal an, da kommt noch was! Ich finde der DJ „Avicii“ hat es gut auf den Punkt gebracht, als er Anfang des Jahres schon einen Sommerhit rausbrachte. Das Lied heißt „The Nights“, hör es dir mal an! Ich denke, dass es super zum heutigen Bibeltext passt…
„Hey, in einer früheren Zeit […] als wir in Angesicht mit all unseren Ängsten standen, lernten wir unsere Lektionen durch Tränen, machten wir Erinnerungen, von denen wir wussten, dass sie nie verschwinden werden. Eines Tages nahm mich mein Vater in die Arme und sagte: „Wenn du älter bist, wirst du für deine früheren Zeiten leben. Denk an mich, wann immer du ängstlich bist; […] Lebe ein Leben, an das du dich erinnern wirst. […] Wenn Gewitterwolken starten in Strömen zu regnen, wie ein Feuer das man nicht löschen kann, ritze deinen Namen in jene scheinenden Sterne […] Ich führe dich nach Hause, egal wo du bist.“

Ich kann dir aus Erfahrung sagen, Abenteuer gibt es nur außerhalb der Komfortzone, im puren Vertrauen auf Gott! Du hast nichts zu verlieren. Komm zurück zu den Zeiten, wo es dir egal war, wenn Du gefallen bist. Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hände. Nur coole Kids hatten vernarbte Knie und konnten die heldenhaften Stories dahinter erzählen (meine kommt nämlich vom Skateboard fahren, ja!). Du kannst die gute Nachricht viel besser mit deinem Lifestyle predigen, als mit deinen Worten. Gott gibt Dir einen großen Auftrag! Du hast die wundervolle Ehre, diesen Auftrag zusammen mit deinen Geschwistern, nach und nach zu erfüllen. Gott hat so viel mit Dir vor! Ihm geht es dabei aber nicht um deine Fähigkeit, sondern um deine Verfügbarkeit. Sein Geschenk an Dich ist, was du bist. Dein Geschenk an Ihn bist Du. Wenn unsere Generation bereit ist, alles für ihn zu geben, können wir krasse Dinge erleben (Siehe auch Phil 2,13-16) Ich hab so Bock! Here we go!

Tagesaufgabe: Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Sei mutig, kreativ, verrückt! Beispiel: Nachts um 3 Uhr unter’m Sternenhimmel Gottes Schöpfung feiern oder einen Obdachlosen auf Kaffee & Kuchen einladen. Sei ein mutiges Kind Gottes!

Tina Hinkel, 20 Jahre, Langenholdinghausen

Ein Vertrag mit Gott ?!

Jeremia 31, 31-34

Der Arbeitgeber mit dem Azubi, Frankreich mit Deutschland, der Vermieter mit dem Mieter… Alle schließen einen Vertrag, mit dessen Regeln sie sich einverstanden erklären. Doch wie ist es, wenn sich eine Seite nicht an die Abmachungen hält? Der Azubi wird entlassen, Deutschland und Frankreich zeigen keine Unterstützung mehr und der Mieter muss die Wohnung räumen. Aber wie ist das mit dem Vertrag zwischen Gott und den Menschen?! Werden wir auch rausgeschmissen oder aussortiert, wenn wir uns nicht an die Abmachungen halten? Nein!!!
In der heutigen Bibelstelle lesen wir von einem neuen “Vertrag“, den Gott speziell mit Israel und Juda eingehen möchte. Ist es ganz egal, ob sie einen vorherigen Vertrag missachtet haben?! Ja!!! Gott möchte einen neuen Vertrag mit ihnen schließen. Einen Vertrag, der ganz anders ist als alle vorherigen. Er schließt einen Herzensbund.
Für uns bedeutet das, dass es Gott egal ist, wieviel Mist wir in unserem Leben bauen. Er vergibt uns immer.
Wir finden diesen Vertrag „cool“, weil wir wissen, Gott ist immer da! Er vergibt uns unsere Schuld und hilft uns, wenn unsere Welt unterzugehen droht. Du kannst sicher sein: Da kommt noch was!

Musiktipp: Jesus in my house

Laura Stötzel, 15 Jahre und Emily Oerter, 15 Jahre,
Siegen-Trupbach

Gib nicht auf!

Psalm 91

Wie schön, eine einfache, klare Aussage. Schließlich ist die Bibel ja oft kompliziert genug. Wenn du Gott nur vertraust, dich auf ihn verlässt, dann kann dir nichts Böses passieren. Vor allen Gefahren, Krankheiten und Angriffen anderer Menschen bist du sicher. Toll. Einfach ein gutes Gefühl.

Was sagst du? Du stößt dir den Fuß ständig an irgendeinem Stein? Bist du am Ende sogar schwer krank oder treffen dich andere schwer, mit dem was sie sagen und tun? Nun, logisch betrachtet führt das zu zwei möglichen Erklärungen. Entweder stimmt das alles so nicht und die Bibel irrt sich oder du vertraust Gott einfach nicht genug, um dich hier angesprochen zu fühlen. Selber schuld, du Gottloser.
Ich hoffe, du hast den Text an dieser Stelle noch nicht beleidigt weggeworfen, denn ich will dir hier keine Vorwürfe machen. Ich stelle bloß die Frage in den Raum, die sich mir selbst sofort beim Lesen aufgedrängt hat: „Warum will das, was da steht, einfach nicht in meine Erfahrungen passen?“ Ist mein Vertrauen tatsächlich nicht groß genug? Oder warum sonst scheinen diese Zusagen nicht zu gelten?

Nehmen wir mal an, da kommt noch was. Wenn sich dieser versprochene Schutz bisher nicht zu erfüllen scheint, heißt das ja nicht, dass er das nicht noch tut.
Ich weiß nicht, wo du gerade drin steckst, welche Gefahren oder Angriffe dich bedrohen. Vielleicht fühlt sich Gott gerade gar nicht wie eine sichere Burg, sondern eher ganz weit weg an. Dann möchte ich dir Mut machen, das Vertrauen nicht zu verlieren. Das Vertrauen darauf, dass da noch was kommt und das Gott jeden Schritt mitgeht, bis es so weit ist. Einfach ist das sicher nicht, aber es lohnt sich. Denn den, der ihm vertraut, den will er retten. Den, der ihn liebt, den will er beschützen und dem, der zu ihm ruft, will er antworten. Das habe ich so erlebt, auch wenn es manchmal Geduld braucht.

Darum fordere ich dich heraus, das Vertrauen nicht zu verlieren und das Beten nicht aufzugeben. Denn wenn du dann noch keine Hilfe erfährst sei dir sicher: Da kommt noch was!

Jens Winter, 27 Jahre, Wilden

Eine zweite Chance

Apostelgeschichte 9, 1-19

Ein Mann erblindet und dann, weil er seine Taten eingesehen hat, erlangt er sein Augenlicht wieder. Ehrlich gesagt, klingt der Text nicht besonders realistisch… Trotzdem steckt da meiner Meinung nach eine Wahrheit für uns drin. Ich übertrage die Geschichte mal in die heutige Zeit.
Ich habe mal von einem Mädchen gehört, das jeden Tag in der Schule von einer Gruppe Schülern gemobbt wurde…
Die Schüler, es waren Jungs, hatten es auf sie abgesehen, so, wie Paulus auf die Christen.
Das Mädchen litt sehr unter dem Mobbing und fing an, sich selbst zu verletzen. Doch dies interessierte die Jungen herzlich wenig und so machten sie weiter, bis einer von ihnen selbst Probleme bekam und unter Mobbing litt.
Er redete mit seinen Freunden, die ihn auslachten. Sie wollten nicht glauben, dass ihr Anführer kein Interesse mehr daran habe, das Mädchen fertig zu machen.
Doch irgendetwas in ihm sagte ihm, dass er zu dem Mädchen gehen, mit ihr reden und sich entschuldigen sollte.
Das tat er dann auch. Nur, wie sollte das Mädchen ihm glauben? Er hatte sie ja schließlich so sehr fertig gemacht, dass sie mit dem Gedanken spielte, ihrem Leben ein Ende zu setzen.
Er redete mit ihrer besten Freundin, die wiederum redete mit dem Mädchen.
Ihre beste Freundin schaffte es, ihr zu erklären, warum sie ihm verzeihen sollte.
Die beiden wurden zwar keine besten Freunde, aber er entschuldigte sich und sie verzieh ihm.

Er hat danach nie wieder mit dem Gedanken gespielt, jemanden zu mobben.
Jeder Mensch verdient eine zweite Chance.
Saulus konnte verändert neu anfangen, der Junge konnte neu anfangen und auch das Mädchen erhält neuen Lebensmut.

Frag dich heute: Wo ruft Gott mich, dass ich einem anderen Menschen oder auch mir selbst eine zweite Chance gebe?

Jenni Göbel, 15 Jahre, für den Traineetreff Kreuztal

Deine Chance!

Matthäus 9, 9-13

Manche Jugendlichen kennen die Situation vermutlich. Es ist wieder Sportunterricht und es geht darum, dass für das nächste Spiel eine Mannschaft gewählt werden soll. Meistens dürfen die Schüler wählen, die richtig beliebt oder echte Sportskanonen sind. Diese
wählen dann meistens wiederum die sportlichsten und beliebtesten Schüler in ihre Mannschaft. Und natürlich bleibt meistens ein Schüler übrig, den keiner in seiner Mannschaft haben möchte. Er wirkt unsportlich, er sieht aus und verhält sich, wie ein Looser. So einen kann man in der eigenen Mannschaft nicht gebrauchen, mit dem würde man sicher verlieren. Es ist für die betreffende Person das Schlimmste, sich immer und immer wieder unbrauchbar zu fühlen. Nie in eine Mannschaft gewählt zu werden, immer als Rest der Gruppe übrig zu bleiben ist ätzend! Von außen gesehen mag es Gründe dafür geben. Vielleicht wirkst du nicht besonders sportlich oder du kommst nicht so hipp rüber, wie andere in deiner Klasse und niemand hat sich bisher die Mühe gemacht, dich näher kennenzulernen.
Wir sehen oft nur das Äußere bei einem Menschen und stempeln ihn dann ab. So ist es auch Matthäus ergangen. Er ist ein unbeliebter Zöllner, in dem alle Menschen nichts anderes als einen Schurken gesehen haben. Er zog den Leuten das Geld aus der Tasche und die Leute sahen dafür verächtlich oder wütend an ihm vorbei oder auf ihn herab. Doch Jesus sah ihn wirklich an und wählte ihn in sein Team. Er nimmt jeden an, so wie er ist.

Nimm mal an, Jesus ruft dich! Er hat Wohlgefallen an Barmherzigkeit. Das ist unsere Chance!

Dennis Heide, 26 Jahre, Krombach

Dein Abenteuer mit Gott

Lukas 1, 26-28

Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Jesus geben (Lukas 1, 31).
Schon krass, was Gott hier von Maria verlangt! Sie ist verlobt und noch Jungfrau. Was sagt ihr Verlobter Joseph dazu, dass sie schwanger ist? Und wird er ihr glauben, wenn sie ihm sagt, dass das Gottes Wille ist?
Wir wissen alle, wie die Weihnachtsgeschichte zu Ende geht. Trotzdem echt erstaunlich, dass Maria das alles über sich hat ergehen lassen, denn :
Maria aber sprach: „Mir geschehe wie du gesagt hast.“ (Lukas 1, 38)

Gott hat Maria gerufen. Er hat ihr einen wichtigen Auftrag gegeben. Jetzt stellt euch mal vor, Maria hätte Nein gesagt. Stellt euch vor, die Angst vor dem, was auf sie zukommen wird, wäre zu groß gewesen. – Dann gäbe es kein Weihnachtsfest, kein Ostern und noch viel schlimmer: Unser Schuldproblem wäre nicht gelöst.

Ist es nicht oft so, dass wir Angst haben vor dem, was kommen wird? Dass wir uns lieber verdrücken und Nein sagen, wenn Gott uns ruft?
Oft haben wir Angst vor den Reaktionen der Menschen um uns herum. Angst vor dem Unbekannten, Angst davor, dieser Aufgabe nicht gewachsen zu sein.
Maria hat es geschafft. Sie hat Gott vertraut und Ja gesagt. Die Aufgabe, die Gott ihr stellte, war beinahe nicht auszuführen, ohne alles zu verlieren was sie hatte. Aber sie hat die Herausforderung angenommen und war sehr mutig. Und heute bereut sie ihre Entscheidung sicher nicht!
Wie toll wäre es, wenn wir alle so mutig wären und Gott so vertrauen würden! Er lässt uns sicher niemals im Stich!

Nimm mal an, Gott ruft dich! – Lässt du dich auf ein Abenteuer mit ihm ein?

Sofia Jasmin Baig

Argumente dagegen

Jeremia 1, 4-19

Das ist schon verflixt viel, was Gott da von Jeremia erwartet!! Er soll Prophet werden und Gottes Wort verkünden gegenüber Völkern und Königreichen und er soll ihnen keine freundlichen Worte zukommen lassen, sondern sie über Gottes Zorn in Kenntnis setzen.
Dass Jeremia da erst einmal versucht, Argumente dagegen zu finden, ist doch nur klar!  „Ich tauge nicht zu predigen, ich bin zu jung.“ Aber Gott weiß es besser, er kennt Jeremia schon, bevor er gezeugt wurde und weiß genau, wen er da in seinen Dienst stellt. Und er beruhigt Jeremia, indem er ihm zusagt, ihm die Worte in den Mund zu legen. Doch Gott leugnet auch nicht, dass es schwierig, ja schwer werden wird für Jeremia. Er sagt ihm zu, dass er ihn nicht verlässt.

Wir sind auch noch jung – und wahrscheinlich dankbar dafür, dass Gott mit uns nicht so verfährt wie damals mit Jeremia. Aber auch von uns erwartet Gott etwas. Auch uns kannte er schon, bevor wir gezeugt wurden, auch von uns weiß er, was er uns zutrauen kann!

Nicht selten erleben wir Situationen, die wir eigentlich so nicht akzeptieren können. Sei es, dass wir Ungerechtigkeiten bei anderen erkennen, sei es, dass wir falsch handeln. Gott hat uns sein Wort in Form der Bibel gegeben. Wir wissen, was richtig und falsch ist. Jetzt brauchen wir den Mut, unseren Mund aufzutun, wenn etwas nicht richtig läuft! – Und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott auch bei uns ist.

Sein Wort wird uns leiten und führen und uns in unserem Handeln konsequent und fest werden lassen. Wir müssen damit rechnen, dass wir in solchen Situationen, wenn wir Unrecht aufdecken, angefeindet werden, weil es anderen nicht gefällt. Es kann zu Zerstörung und Auseinanderbrechen von vermeintlichen Freundschaften führen, es kann unser Leben unbequem machen, aber Gott verspricht, dass daraus auch Neues und Gutes entstehen wird.

Möge Jeremia ein Beispiel für uns sein.

Melisa Kuru aus Kreuztal

Ein Anruf in der Nacht

1. Samuel 3

Wie sieht eigentlich ein Gespräch mit Gott aus? Woran erkennst du, dass Gott mit dir redet?
Das sind Fragen, über die wahrscheinlich niemand wirklich ernst nachdenkt. Intuitiv würden die meisten sagen, was man spätestens im Konfirmandenunterricht lernt: Beten ist der einfachste Weg mit Gott zu reden. Beten ist ein Weg, Gott seine Gedanken, Sorgen und Bitten anzuvertrauen. In der Regel ist diese Art von Gespräch aber sehr einseitig. Der eine Gesprächsteilnehmer spricht, der andere hört zu. Was muss ich tun, damit Gott mit mir redet? Gibt es nur bestimmte Personen mit denen er redet? Wie macht Gott sich bemerkbar?
Samuel hat sich auch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, bis Gott eines Nachts zu ihm sprach und ihn rief. Samuel aber dachte, sein Ziehvater Eli hätte ihn gerufen (seine leiblichen Eltern haben ihn kurz nach der Geburt in den Tempel gegeben, dort wurde er von Eli großgezogen). Wieder rief Gott Samuel, doch wieder dachte der, Eli hätte ihn gerufen. So ging das Ganze noch ein drittes Mal, bis Eli auf die Idee kam, dass es Gott war, der Samuel gerufen hatte. Eli klärte Samuel darüber auf und gab ihm eine Art Grußformel für Gott mit: „Sprich, dein Diener hört!“ Gott sprach Samuel noch ein viertes Mal an und Samuel meldete sich mit dieser „Grußformel“. Dann teilte Gott ihm, dem jungen Gehilfen von Eli, seine Gedanken und Pläne für Eli und Israel mit.

Gott war ganz schön sauer auf Eli und dessen leibliche Söhne, weil diese das Priesteramt für üble Zwecke missbrauchten. Vielleicht braucht auch Gott mal jemanden, dem er sich anvertrauen darf und mit dem er mal über Ärgernisse und über seine Sorgen reden kann. Jemanden, der ihm zuhört und auch Pläne für ihn in die Tat umsetzt. Und dieser Jemand ist in unserem Fall kein Seelsorger oder Priester, sondern der junge Samuel, der zu dem Zeitpunkt nur ein kleiner Diener war.

Nimm mal an, Gott ruft dich, weil er dich braucht, sich dir anvertrauen möchte, mit dir über seine Sorgen reden möchte. Dann denke daran, wie es Samuel erging. Klar war er zuerst total irritiert, aber dann konnte er sagen: Sprich, dein Diener hört. Und später machte Gott ihn zu seinem Propheten.

Challenge: Rufe einen alten Freund an, mit dem du schon lange nicht mehr gesprochen hast.

Sven Neuberger, 23 Jahre, Eichen

Zeichensprache

Richter 6, 11-24

Es passiert so viel Schlimmes auf der Welt; Christen werden verfolgt, Kinder verhungern, Kriege brechen aus, tausende Menschen sterben an Krankheiten. Wer von uns stellt sich nicht die Frage: „Warum lässt Gott das zu? Warum tut Gott heute keine Wunder mehr?“
Genau diese Fragen hat sich auch Gideon gestellt, als sein Volk von den Midianiten unterdrückt wurde. Er zweifelte an der Macht Gottes. Aber Gott wählte ihn trotz seiner Zweifel aus, um Israel zu retten. Gideon war sich nicht sicher, ob Gott zu ihm sprach, also verlangte er ein Zeichen.
Als Gott sich ihm in einem Zeichen zeigte, baute Gideon einen Altar und nannte ihn „Der Herr ist Friede“. So konnte Gideon sein Zweifeln hinter sich lassen.

Wie würden wir reagieren, wenn wir gesagt bekämen, wir sollen unser altes Leben aufgeben, unsere Zweifel vergessen und nur Gott vertrauen?

Stehst du auch dann noch zu Gott, wenn er dir eine Aufgabe gibt, die dein Leben verändert? Wenn du deine Freunde, Familie und deine Heimat verlassen und in Not helfen sollst? Stell dir vor, Gott ruft dich morgen und hat eine Aufgabe für dich.
Was ist DEINE Antwort?

Jungscharteam „Die Krümmels“
Julia Müller, Elisa Gießer, Sophie Schneider,
Michel Schmidtke, Niklas Schmidtke, Jonas Brühl